EU AI Act — was Joule-Projekte ab August 2026 beachten müssen
Der EU AI Act wird am 2. August 2026 vollständig anwendbar. Für jedes Joule-Projekt, das in der EU produktiv geht, gelten damit harte Anforderungen — Bußgelder bei Nichteinhaltung liegen bei bis zu 35 Mio. € oder 7 % des globalen Jahresumsatzes.
Countdown
Zum Stand dieser Seite (17. April 2026) sind es noch 107 Tage bis zur vollen Anwendbarkeit. Jedes Joule-Kundenprojekt, das bis dahin produktiv geht, muss den Act einhalten.
Was sich ändert
Der Act klassifiziert KI-Systeme in vier Risikoklassen. Für Joule interessant sind vor allem:
- Hochrisiko-KI-Systeme — wenn Joule in HR-, Kredit-, Strafverfolgungs- oder öffentlichen Diensten eingesetzt wird. Anforderungen: Risk Assessment, technische Dokumentation, Bias-Audits, menschliche Aufsicht, Transparenz.
- Transparenzpflichten für KI-generierten Content — die EU-Kommission veröffentlicht noch vor Juni 2026 finale Kennzeichnungsrichtlinien.
- KI-Regulierungssandboxes — jeder EU-Mitgliedstaat muss mindestens eine einrichten.
Joule-spezifische Fragestellungen (offen — mit SAP zu klären)
Die folgenden Punkte sind aus unserer Sicht noch nicht ausreichend öffentlich dokumentiert und brauchen SAP-Input:
- Wer ist „Anbieter” im Sinne des Acts — SAP als Hersteller von Joule, oder der Kunde als Betreiber? Die Antwort entscheidet, wer die technische Dokumentation liefern muss.
- Gilt Joule pauschal als Hochrisiko, oder hängt es vom jeweiligen Einsatz-Kontext (Modul, Prozess) ab? Plausibel ist Letzteres — z.B. Joule in SuccessFactors für Personalentscheidungen = Hochrisiko, Joule in Ariba für Lieferantenrecherche ≠ Hochrisiko.
- Wie erfüllt SAP die Transparenzpflicht für KI-generierte Antworten — Kennzeichnung im UI? Auditierbare Logs? Das ist Teil des Grounding-Themas.
- Welche Unterlagen liefert SAP für die Compliance-Dokumentation des Kunden?
Bezug zur DSGVO
Der Act ersetzt nicht die DSGVO. Beide gelten parallel. Konkret: Joule verarbeitet personenbezogene Daten (SuccessFactors, Kontakte, Kundenkorrespondenz) → weiterhin DSGVO-relevant, zusätzlich ggf. AI-Act-Hochrisiko.
Was das für ADVIA-Beratung heißt
- Jedes Joule-Projekt mit Go-Live nach 2. August 2026 braucht eine Einordnung vor der Architektur-Entscheidung, ob Hochrisiko-Anforderungen greifen.
- Governance-Dokumentation (Risk Assessment, Rollen, Change-Prozesse) wird Pflichtteil der Projektarbeit, nicht optionaler Zusatz.
- Kunden ohne eigenes Legal-/AI-Team haben echten Beratungsbedarf — Eintrittspunkt für ADVIA.
Offene Punkte im Wiki
- SAP-Originalquelle zum AI-Act-Umgang in Joule suchen (help.sap.com, Whitepapers) — Priorität hoch.
- Seite zu Grounding um Audit-Logs-Aspekt erweitern, sobald Quelle vorliegt.
- Projektseite mit erstem Compliance-Check einrichten, sobald das erste Joule-Projekt mit Hochrisiko-Kontext kommt.
Verwandt
Quellen
- KI-Marktbriefing (ADVIA, 15.04.2026) — ADVIA-intern, verweist auf artificialintelligenceact.eu und Legal Nodes.
- Originaltext des AI Acts:
artificialintelligenceact.eu(noch nicht als Rohquelle eingelagert).